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Bevölkerung Thailands

Einwohnerzahl:

Im Land des Lächeln wurden im Jahre 2010 rund 69,1 Millionen Einwohner gezählt. Thailand zählt zu den 20 bevölkerungsreichsten Ländern der Welt.

Volksgruppen:

Die ethnische Volksgruppe der Thai macht rund 75 Prozent der gesamten Bevölkerung aus. Die überwiegende Mehrheit der Thai sind die Siamesen, die Lao ebenso wie die Shan. Der Anteil der ethnischen Chinesen liegt bei rund 15 Prozent. Sieben Prozent der Gesamtbevölkerung lebt in Bergdörfern und gehört ethnischen Minderheiten an. Die im Südwesten Thailands lebenden Malaiien machen rund 4 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die restlichen Prozent teilen sich muslimische Minderheiten, meist in Städten lebende Inder und Flüchtlingen. Schätzungen zur Folge halten sind etwa 1,5 Millionen Migranten illegal im Land des Lächelns auf.

Bevölkerungswachstum:

Das Bevölkerungswachstum beträgt in Thailand rund 1,4 Prozent. Thailand zählt zu jenen südostasiatischen Staaten, die ein sehr geringes Bevölkerungswachstum aufweisen.

Am stärksten und dünnsten besiedelte Regionen:

32 Prozent der Gesamtbevölkerung lebt im städtischen Gebiet, während 68 Prozent auf dem Land oder in den Bergen leben. Die Metropole Bangkok ist die am dichtesten besiedelte Stadt Thailands. In Bangkok leben rund 4000 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Die von Regenwald bedeckten Bergregionen im Norden des Landes zählen zu den am dünnsten besiedelten Regionen.

Markt in Thailand

Markt in Thailand ©TK

Säuglingssterblichkeit:

In Thailand sterben durchschnittlich 20 von 1000 Säuglingen bei ihrer Geburt.

Folgen der Industrialisierung:

Die boomende Industrialisierung hatte zur Folge, dass nicht nur landwirtschaftliche Nutzflächen weichen mussten, es kam auch zu Schäden an mehreren Wasserläufen. Da die Nahrung in den 70ern knapp wurde, unternahm die Regierung den Versuch, das Bevölkerungswachstum von rund 3,4 Prozent zu minimieren. Es wurde eine Familienpolitik eingeführt und die Regierung versuchte, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass viele Kinder mit hohen Kosten verbunden sind. Die Zwei-Kind-Familie wurde als das erstrebenswerte Ziel angesehen. Im Jahre 1986 betrug das Bevölkerungswachstum knapp zwei Prozent.

Altersstruktur:

Die Altersstruktur ist in den letzten Jahrzehnten einem Wandel unterlegen. Rund 22 Prozent der Gesamtbevölkerung ist jünger als 15 Jahre, während in den 70ern knapp 50 Prozent jünger als 15 war. Die 15 bis 64 Jährigen machen rund 70 Prozent der gesamten Bevölkerung des Landes aus. Der Anteil der über 65 Jährigen liegt bei rund 8 Prozent. Heute beträgt die durchschnittliche Anzahl an Kindern bei 1,6 während Frauen in den 80ern noch durchschnittlich 6,9 Kinder zur Welt brachten.

Bergvölker:

Die Bergvölker sind hauptsächlich im Norden des Landes verbreitet. Die alten Volksstämme unterscheiden sich nicht stark bezüglich deren Ethik. Zu den bekanntesten Bergvölkern zählen die Mon und die Khmer. Auch die Karen, die Hmong und die Akha sind bedeutende Bergstämme des Landes. Nennenswert sind die Bergstämme der Lahu, der Lisu und der Lawa.
Manche dieser uralten Stämme besiedelte schon vor den Thai das Land des Lächelns. Jedoch siedeln sich auch heute noch Stämme aus den Nachbarländern im Norden Thailands an.
Der Großteil der Bergvölker ist in der traditionellen Landwirtschaft tätig. Zahlreiche Völker betreiben Schwendbau und somit wird die Umwelt enorm belastet. Die Bergregionen, in welche einige Bergvölker schon seit Jahrhunderten leben, sind auch bei Einwanderern sehr beliebt. Die Regierung versucht mittels spezieller Programme, den Anbau von Mohn zu unterbinden. In Thailand existiert keine Sprachen und Schriftpolitik für ethnische Minderheiten und uralte Volksstämme. Heutzutage ist der Lebensraum einiger Bergvölker bedroht. Nicht nur die zahlreichen Entwicklungsprogramme, auch der Tourismus und die Einwanderer drängen die Bergbewohner immer weiter zurück und minimieren deren Lebensraum.

Hmong:

Mehrere Familien schließen sich zusammen, um nicht nur sie soziale Bindung, sondern auch die Sicherheit des Volksstamms zu gewährleisten. Bei den Hmong steht die Familie und das harmonische Zusammenleben an erster Stelle. Schon bei der Geburt wird die Stammeszugehörigkeit festgelegt. Der Übertritt in einen anderen Stamm ist nur einer weiblichen Hmong möglich, wenn diese in einen andere Volksgruppe einheiratet.

Karen:

Die Karen flüchteten auf Grund der gewaltsamen Umsiedlung im einstigen Burma in den Norden Thailands. Der Großteil hat sich nahe der Grenze zu Myanmar niedergelassen. Die Karen glauben an ein animistisches Weltbild und an Geister. Zudem ist der Ahnenkult weit verbreitet. Die Karen sind in den tiefer gelegenen Regionen vor allem im Nassreisanbau tätig, während die Bergvölker dem traditionellen Brandrodungsfeldbau nachgehen. Dieser Bergstamm ist für die traditionelle Handwerkskunst bekannt.

Lisu:

Beim Bergvolk der Lisu ist großteils der Animismus verbreitet. So mancher Lisu ist auch ein Anhänger des Buddhismus oder des Christentums.

Akha:

Die Akha sind vor allem auf über 1000 Meter Seehöhe im Norden Thailands zu finden. Sie haben sich in den thailändischen Provinzen Chiang Mai und Chiang Rai angesiedelt. Die Akha leben auch in den Bergen von Lamphang, Tak und Phrae. Die Provinz Kamphaeng Phet stellt ebenso die Heimat zahlreicher Akha dar. In Thailand gibt es über 300 Akha Bergdörfer. Die Akha leben von der Landwirtschaft. Sie betreiben Wechselwirtschaft und züchten Schweine ebenso wie Wasserbüffel. Die Akha nutzen die lokalen Märkte, um die selbst angebauten landwirtschaftlichen Produkte wie Reis, Getreide und Gemüse zu verkaufen. Dieser uralte Volksstamm lebt der Tradition gemäß in schlichten Pfahlbauten aus Bambus. Die Akha sind handwerklich sehr geschickt. Der animistische Glaube ist unter den Akha weit verbreitet.

Lawa:

Die Lawa, die schon vor den Thai das Land besiedelten, zählen zu den kleinsten Bergvölkern des Landes. Die Lawa führen ein archaisches Leben und sie glauben an den Animismus.
Auch den Lawa wird handwerkliches Geschick nachgesagt. Unverheiratete Frauen erkennt man an den weißen Hemden, während verheiratete Frauen farbenprächtige Kleidung tragen.

Chinesen:

Im 14. Jahrhundert siedelten sich die ersten Chinesen in Thailand an, um in Südostasien Handel zu betreiben. Im 19. Jahrhundert erfolgte eine große Einwanderungswelle, weil es in der chinesischen Qing-Dynastie kriselte. Zahlreiche Chinesen vermählten sich mit einheimischen Frauen und somit dauerte es nicht lange, bis die Chinesen hohe Posten im Königreich besetzten. Anfang des 20. Jahrhunderts waren zahlreiche Thais antichinesisch eingestellt, sie versuchten die Vormachtstellung der Chinesen zu schwächen und es kam zu mehreren gewaltätigen Auseinandersetzungen. Die Chinesen wurden absichtlich bei Bewerbungen abgelehnt, chinesische Schulen mussten schließen. Dennoch dominieren auch heute noch die Chinesen die Wirtschaft des Landes.

Ethnische Thai:

Die ethnischen Thai setzen sich aus den Nord-Thai, den Zentral-Thai, den Isaan Thai und den Süd-Thai zusammen. Die im Land des Lächelns lebenden Thai werden auch Siamesen genannt.
Die Thai besiedelten vor rund 1400 Jahren das Becken nahe des Flusses Chao Phraya Mon.
Zahlreiche Thai leben auch heute noch in traditionellen Dörfern, die unter der Bezeichnung Ban bekannt sind. Der Dorfverbund, in welchem alle Bewohner bis auf den Dorfvorsteher gleiche Rechte besitzen, wird Mueang genannt. Einst führten die Thai Kriege, um neue Dörfer errichten zu können. Die Thai siedelten sich in Gebieten an, welche bereits von anderen Volksstämmen besiedelt wurden. Die uralten Volksstämme passten sich nicht immer freiwillig an die Thai an und somit kam es zu Thaiisierung.

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