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Chao-Phraya Express in Bangkok

Verstopfte Straßen und dröhnende Autokolonnen gehören in Bangkok zum Alltag. Wer diesem Lärm entkommen will, wählt zur Fortbewegung einfach den Wasserweg. Auf dem Chao-Phraya-Fluss und seinen vielen Kanälen und Seitenarmen verkehren kleine Linienschiffe. Für Touristen ist der Chao-Phraya-Express mit Sicherheit die angenehmste Variante, die thailändische Hauptstadt zu erkunden.

Der Chao-Phraya-Express ist das öffentliche Transportsystem auf Bangkoks Wasserwegen. An den Flussufern im gesamten Stadtgebiet befinden sich die Haltestellen dieser Schiffe. Es gibt fünf Linien. An der Farbe der Flagge am Heck des Bootes ist zu erkennen, um welche Linie es sich handelt.

Die meisten Bangkoktouristen schätzen den Chao-Phraya-Express sehr. Am Fluss und den Kanälen ist es nämlich erstaunlich ruhig. Auch die Luft ist an dieser Stelle der sonst vom Smog geplagten Stadt viel sauberer. Außerdem stecken die Boote im Gegensatz zu den vielen anderen Verkehrsmitteln nie im Stau. Die Preise für Tickets sind günstig. Eine Fahrt mit dem Chao-Phraya-Express kostet je nach Streckenlänge 15 bis 30 Baht (0,38 bis 0,75 Euro). Das System ist unkompliziert. Der Fahrplan der Schiffe hängt nicht nur an den Haltestellen aus, sondern ist auch an den Informationsstellen für Touristen und in fast allen Hotels erhältlich. Farbige Flaggen an den Haltestellen zeigen zudem an, welche Linien dort verkehren.

Einige Haltestellen befinden sich in der Nähe wichtiger touristischer Ziele. Bekannte Sehenswürdigkeiten wie der Königspalast und das Nationalmuseum sind mit den Booten ebenso zu erreichen wie Chinatown und große Einkaufszentren. Eine speziell für Touristen eingerichtete Linie verkehrt ausschließlich zwischen den großen Sehenswürdigkeiten der Stadt. An mehreren Anlegestellen ist es auch möglich, zur Skytrain umzusteigen. Sogar einige Hotels verfügen über eine eigene Haltestelle, zum Beispiel das Royal River Hotel. Einige Boote fahren auch über die Grenzen der Stadt hinaus und verbinden Bangkok mit der nördlich gelegenen Provinz Nonthaburi.

Chao-Phraya Express in Bangkok

Chao-Phraya Express in Bangkok ©TK

Am besten für Urlauber geeignet sind die Boote mit einer orangefarbenen Flagge. Diese Linie ist von morgens bis abends in Betrieb und hält an allen Haltestellen, in deren Nähe sich wichtige Sehenswürdigkeiten befinden. An diesen touristisch bedeutenden Haltestellen pendeln zudem kleine Fähren zwischen den Flussufern hin und her. Für einen Preis von umgerechnet nicht einmal einem Eurocent kann man so problemlos auch das andere Ufer erreichen. Die Boote mit grüner und gelber Flagge sind schneller, weil sie seltener anlegen. Außerdem verkehren diese Linien nur zu Stoßzeiten, um den Straßenverkehr zu entlasten. Bei den Booten ohne Flagge handelt es sich um eine lokale Linie, die aufgrund zahlreicher Stopps nur sehr langsam vorankommt. Mit einer blauen Flagge sind die Boote jener Linie gekennzeichnet, die speziell für Touristen eingerichtet wurde. Die Fahrt ist etwas teurer, dafür sind diese Boote moderner und bequemer als die normalen Linienboote.

Die Nutzung der Linienschiffe ist nicht kompliziert. Es ist nicht notwendig, vorab ein Ticket zu kaufen. Wie in einem Linienbus bezahlt man einfach nach dem Einsteigen. Nur an größere Anlegestellen gibt es einen Schalter, an dem man Tickets vor Eintreffen des Bootes kaufen kann. Da die Boote an den Haltestellen nur einen kurzen Stopp einlegen, geht der Ein- und Ausstieg rasant und manchmal sehr hektisch über die Bühne. Es ist hilfreich schon beim Zusteigen ausreichend Kleingeld für die Bezahlung des Tickets in Händen zu halten, denn es kommt nicht selten vor, dass an der Kasse im Schiff kaum Wechselgeld vorhanden ist. Wer aussteigen will, sollte sich schon vor dem Anlegen an der Haltestelle zum Ausgang begeben, um das Schiff rechtzeitig verlassen zu können.

Eine Haltestelle am Flussufer zu finden, ist meist nicht schwer. Nur in der Nähe des Königspalastes kann dies für unerfahrene Bangkokreisende recht problematisch sein. Hier herrscht nämlich großer Trubel, Besatzungen von Ausflugsbooten werben eifrig um Touristen. Die Haltestelle versteckt sich zwischen den größeren Ausflugsbooten.

Die Schiffe selbst sind urig und klein. Im Einsatz sind ausschließlich Eindecker mit einer Länge zwischen 27 und 30 Metern. Die Boote der orangefarbenen Hauptlinie fassen rund 60 Passagiere. Zur Verkehrsstoßzeit sind aber auch größere Boote im Einsatz, in denen bis zu 150 Menschen Platz finden.

Für Touristen ist ein besonderes Erlebnis, das Schiff beim An- und Ablegen zu beobachten. Laut trillert der Schaffner mit seiner Pfeife. Mit den unterschiedlichen Signalen gibt er dem Bootsführer Anweisungen wie „vorwärts“ oder „zurück“.