Skip to main content

Chatuchak Wochenendemarkt

Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Bangkoks zählt der Chatuchak-Wochenendmarkt, der bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt ist. Seine Wurzeln gehen zurück ins Jahr 1948, als der damalige thailändische Premierminister Plaek Phibulsongkhram beschloss, in jeder größeren Stadt einen eigenen Flohmarkt ausrichten zu lassen. Ursprünglich fand der Chatuchak-Wochenendmarkt in einem Park statt, dem Sanam Luang, der jedoch in den achtziger Jahren in ein Naherholungsgebiet umgebaut wurde, sodass der Markt umziehen musste. Der neue Ort des Geschehens lag im Bezirk Phahonyothin, wo ein ehemaliger Golfplatz kurzerhand zum Marktgelände umgewidmet wurde. Dort findet der Chatuchak-Wochenendmarkt bis heute statt; seinen neuen Namen bekam er von einem nahegelegenen Park. Inzwischen trägt der gesamte Bezirk diesen Namen.

Der Chatuchak-Wochenendmarkt gilt als einer der größten und berühmtesten Flohmärkte der Welt. Die Bezeichnung „Flohmarkt“ nach westlicher Vorstellung greift hier allerdings etwas zu kurz: Neben den üblichen Antiquitäten fungiert er auch als normaler Wochenmarkt, auf dem sich die Einheimischen mit dem Nötigsten versorgen. Darüber hinaus besticht er durch sein breites kulinarisches Angebot. Insgesamt besteht der Chatuchak-Wochenendmarkt aus etwa 10.000 einzelnen Buden, die auf einer Fläche von fast 1,15 Quadratkilometern verteilt sind. An Wochenenden zieht er täglich ungefähr 200.000 Besucher aus aller Welt an, die ihn in ein dichtes Gedränge verwandeln.

Die Anreise erfolgt am besten mit dem Skytrain. Der Markt liegt in der Nähe der Station Mo Chit, die von der Sukhumvit-Line angefahren wird. Vom Bahnhof aus muss noch ein kurzer Fußmarsch zurückgelegt werden. Verpassen lässt sich der Markt aber nicht: Die Menschenmenge, die vom Bahnhof zum Eingang des Marktgeländes strömt, reißt den ganzen Tag nicht ab, und der berühmte Clock Tower, der als Wahrzeichen im Zentrum des Marktes steht, ist weithin sichtbar. Geöffnet ist der Chatuchak-Wochenendmarkt jeden Samstag und Sonntag von 6 bis 18 Uhr. Es ist ratsam, ihn möglichst früh am Morgen aufzusuchen – zum einen, um noch die gesamte Breite des Angebots zu erleben, zum anderen, da er nicht klimatisiert ist und die Hitze mitten am Tag auch Hartgesottenen zu schaffen machen kann.

Chatuchak Wochenendemarkt

Chatuchak Wochenendemarkt ©TK

Wer auf dem Chatuchak-Wochenendmarkt angekommen ist, sollte unbedingt erst einmal das Bad in der Menge genießen und sich mit den anderen Besuchern treiben lassen, um einen Überblick über das gesamte Gelände zu gewinnen. Das Angebot ist breit und in verschiedene Zonen eingeteilt, die Unterschiedliches zu bieten haben. Da die Gänge größtenteils parallel zueinander angelegt sind, ist es leicht, immer einen Gang hinauf- und danach den Nachbargang wieder hinunterzugehen, um nichts zu verpassen.

Auf dem Chatuchak-Wochenendmarkt gibt es buchstäblich nichts, was es nicht gibt. Traditionelles Kunsthandwerk aus Thailand und anderen asiatischen Ländern steht neben Damen- und Herrenmode, Schmuck oder lebenden Tieren – ob zum Verzehr oder als Haustier gedacht. Möbel und Haushaltsartikel sind ebenso erhältlich wie Stoffe, Spielzeug, Nahrungsmittel oder Souvenirs. Auch viele Künstler aus Bangkok und Umgebung stellen hier ihre neuesten Werke aus (und bieten sie selbstverständlich zum Verkauf). Einen guten Orientierungspunkt bietet auch auf dem Markt selbst der alles überragende Clock Tower, der sich auch als Treffpunkt und Ausgangspunkt für die einzelnen Erkundungsgänge eignet.

Wer ein Schnäppchen machen will, sollte sich übrigens darüber im Klaren sein, dass das Handeln und Feilschen einen wichtigen Teil der Kultur des Chatuchak-Wochenendmarktes ausmacht. Die von den Händlern genannten Ausgangspreise sind oft nicht sehr viel billiger als die Preise für vergleichbare Produkte in den großen Einkaufszentren von Bangkok; durch geschickte Verhandlungen lassen sie sich teilweise aber um bis zu 50, seltener auch 70 Prozent drücken. Dieses Verhalten wird auch nicht als ehrenrührig angesehen – die Händler rechnen im Gegenteil damit und richten ihre höheren Ausgangspreise daran aus. Bei Artikeln, wo das Feilschen wirklich nicht gerne gesehen wird (etwa echter Markenware oder authentischen Kunstwerken) weisen teilweise Schilder darauf hin.

Wer Mode oder Accessoires erstehen will, sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass es sich bei vielen billigen Angeboten um Fälschungen handelt. Wen diese Tatsache schreckt, der sollte durchaus genauer hinsehen. Reizvoller für die meisten Besucher ist aber ohnehin der originär thailändische Teil des Marktes, der echte lokale Kunstwerke und Schmuckgegenstände anbietet. Hier lassen sich jederzeit Unikate finden, die einen authentischen Eindruck des Landes vermitteln und nirgendwo anders aufzutreiben sind. Wer auf der Suche nach einem einzigartigen Souvenir ist oder sich mit landestypischen Kleidungsstücken eindecken möchte, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

Keinesfalls versäumen sollte man auch das breit gefächerte kulinarische Angebot. Zahllose Händler bieten erstklassiges thailändisches Essen an, das alles, was man aus europäischen Restaurants kennt, leicht in den Schatten stellt. Es lohnt sich, auch einmal über seinen Schatten zu springen, und Dinge auszuprobieren, von denen man zuvor noch nie gehört hat. Zum Genießen und Verschnaufen bietet sich der nahegelegene Park an. Zunehmend wird das kulinarischen Angebot übrigens auch nach 18 Uhr noch aufrecht erhalten. In den letzten Jahren hat sich ein kleines „Nightlife“ entwickelt, das es erlaubt, bis 22 Uhr noch einen Drink zu nehmen. Bereuen wird man einen Besuch auf dem Chatuchak-Wochenendmarkt also zu keiner Tageszeit.