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Chinatown in Bangkok

Die Chinatown von Bangkok ist eine der ältesten und ursprünglichsten ihrer Art weltweit. Hier pulsiert noch echtes chinesisches Leben und es erwartet den Besucher kein Disneyland auf Chinesisch für Touristen wie in anderen Chinatowns. Im chinesischen Viertel von Bangkok wirkt alles echt und so chinesisch wie aus einer anderen Zeit. Vor allem ist das Ambiente im chinesischen Viertel zwischen altem Tempelbezirk Rattanakosin, dem Hauptbahnhof Hualamphong und dem Fluss Chao Praya sehr asiatisch, nach Meinung von Asienkennern sogar asiatischer als im thailändischen Teil des zunehmend verwestlichten Bangkok. Wer hierher kommt, erlebt auf einer Tagestour mitten in Bangkok sozusagen im Zeitraffer China und Asien pur.

Es waren aus China eingewanderte Händler, die mit dem Bau der ersten Holzhäuser im heutigen Chinatown begannen. Schon im 19. Jahrhundert ließen sich in dem Viertel ganze Familien nieder und bauten Häuser im traditionellen chinesischen Stil. Berührungsängste sollten Besucher nicht haben, denn auf den Verkehrsadern von Chinatown wälzen sich Menschenmassen dicht an dicht entlang von unzähligen Geschäften, kleinen Handwerksbetrieben und Garküchen mit original chinesischen Spezialitäten. Parallel dazu tobt der Verkehr mit Autos und Motorrädern, Tuk-Tuks und LKW. Eigentlich hat Samphan Thawong, wie das Viertel offiziell heißt, nur um die 30.000 Einwohner und gehört damit zu den kleineren in der dicht besiedelten Riesenmetropole Bangkok. Es sind die vielen Besucher, vor allem Thai, die aus anderen Vierteln hierher kommen, um Geschäfte zu machen. Touristen kommen verhältnismäßig wenige hierher. Fast sämtliche fliegenden Händler von Bangkok decken sich in Chinatown mit Waren ein, denn nirgendwo sonst sind Kleidung und Schuhe, Taschen und Spielzeug sowie Haushaltswaren und Lebensmittel so billig wie hier. Für Schnäppchenjäger gibt es manchen Fang zu machen. Da wechseln dann schnell 3 Paar Flip-Flops für zusammen umgerechnet 1,50 Euro den Besitzer. Viele Geschäfte werden hier, von den thailändischen Behörden stillschweigend geduldet, in einer rechtlichen Grauzone abgewickelt. Am Ende der Sampeng Lane findet sich mit dem 200 Jahre alten Markt Talaat Kaodas das Kontrastprogramm zu den aneinandergereihten Billigläden der Haupteinkaufsstraßen. Hinter dem Tor mit chinesischen Schriftzeichen werden auf traditionelle Weise Obst, Gemüse und andere frische Lebensmittel feilgeboten, vor allem Fisch.

Chinatown in Bangkok

Chinatown in Bangkok ©TK

Zu erreichen ist die Chinatown von Bangkok bequem mit dem Taxi oder mit der U-Bahn. Als besonders schön gilt die Anfahrt über den Fluss mit dem Schnellboot für wenige Baht zum Ratchawong Pier. Vom Pier aus sind es ein paar Schritte bis zu den Haupteinkaufsstraßen in Chinatown, Rachtawong Road und Sampeng Lane, zur Charoen Krung Road und zur Hauptverkehrsader Jaowaraj Road, von wo aus ein Gewirr von unzähligen Nebenstraßen, Gassen und Gässchen abzweigt. Einen Stadtplan mitzunehmen und nach einer bestimmten Straße zu fragen bringt wenig, die meisten Bewohner von Chinatown können damit nichts anfangen. Markanter Orientierungspunkt ist das große rote Tor am Odeon Circle, das wie in allen Chinatowns der Welt die unsichtbare Grenze zwischen dem chinesischen Viertel und dem Rest der Stadt markiert. Am besten lässt der Besucher sich staunend durch das Gewusel, das Geräuschkonzert und die Wolke aus unzähligen Gerüchen treiben, bis er sich satt gesehen hat und ein Taxi zurück ins Hotel nimmt. Dabei sollte man sich bei seinen Erkundungen zu Fuß nicht scheuen, die Hauptstraßen zu verlassen und in eine der zahlreichen Seitengassen einzubiegen. Urplötzlich verstummt das Gesumme wie in einem Bienenstock und eine ganz andere Welt tut sich dem Besucher auf. Besonders exotisch sind die wie aus einem anderen Zeitalter wirkenden chinesischen Apotheken, wo in altmodischen Gläsern geheimnisvolle Substanzen der chinesischen Naturmedizin präsentiert werden. Wer sich traut, kann sich auch gleich vor Ort von einem chinesischen Heilkundigen behandeln lassen.

Neben den chinesischen Apotheken sind es vor allem die unzähligen Läden mit Goldschmuck, für die Chinatown in Bangkok berühmt ist. Ein Juwelier reiht sich an den nächsten und bietet Preziosen zu Tiefstpreisen an. Wer in aller Ruhe shoppen und schauen will, sollte frühmorgens zwischen 8 und 9 Uhr unter den ersten Kunden sein, bevor der große Rummel losgeht. Nach Einbruch der Dunkelheit schlägt die Stunde der Gastronomen in Bangkoks Chinatown. Viele Restaurants öffnen erst spätabends und haben bis zum Morgengrauen geöffnet. Beliebt sind vor allem Spezialitätenrestaurants, die frischen Fisch und Meeresfrüchte in allen möglichen Variationen anbieten. Die kleinen Garküchen am Straßenrand, wo es zu Tiefstpreisen original chinesische Snacks zu kaufen gibt, haben den ganzen Tag über geöffnet. Wer erst abends nach Chinatown kommt, erlebt das Viertel auf seine ganz eigene Weise und kann sich von Restaurant zu Restaurant schlemmen. Die Preise sind wie überall in Chinatown weit unter dem Durchschnitt sonst in der Touristenmetropole.

Wer bestimmte Sehenswürdigkeiten in Bangkoks Chinatown sucht, sollte sich am besten mit einem Taxi dorthin fahren lassen. So gibt es eine Reihe sehr schöner buddhistischer Tempel, die einen Besuch wert und kleine Oasen der Stille im quirligen Chinatown sind. Hightlight ist ohne Frage der Tempel Wat Traimit, wo der berühmte Goldene Buddha aufbewahrt und verehrt wird. Die riesige Statue ist über 5 Tonnen schwer und besteht aus reinem Gold. Der Buddha darf von Touristen besichtigt werden, auch Fotografieren ist erlaubt.