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Das Visakha Bucha Fest

Um dem kläglichen Sommer in Deutschland zu entfliehen buchten eine Freundin und ich kurz entschlossen einen Flug nach Bangkok. Im Gepäck hatten wir nicht viel mehr als sommerliche Kleidung, ein paar Bücher, einen Reiseführer und jede Menge Abenteuerlust.

Die Anreise
Schon im Flugzeug lernten wir ein deutsches Ehepaar kennen, das uns freudig berichtete, sie seien auf dem Weg zum großen Visakha Bucha Fest. Mein Reiseführer erklärte in kurzen Worten, dass es sich dabei um ein jährlich stattfindendes Fest zu Ehren Buddhas handelt. Unsere neuen Reisegefährten erklärten uns, dass auf den 18. Mai die Geburt, die Erleuchtung und der Tod des spirituellen Vorbilds vieler Asiaten fallen. Dieser Anlass wird jedes Jahr mit einem gigantischen Fest gefeiert. Unser Besuch dort war sofort beschlossene Sache.

Der Flughafentransfer
Die Strecke vom Flughafen zum Hotel ist am einfachsten mit einem Taxi zu bewältigen, so hatte es jedenfalls überall gestanden. Man müsse mit 60 Minuten Fahrzeit rechnen. Wir teilten uns mit unseren neuen Bekannten ein Taxi und machten uns also auf den Weg in die Innenstadt von Bangkok. Die Fahrt durch überfüllte Straßen, vorbei an farbenprächtigen Häusern, so unendlich glücklich aussehenden Menschen, Motorrädern und den vielen kleinen Ständen und Läden, für die Thailand berühmt ist, ließ mich nicht auf die Uhrzeit achten. Fasziniert drückten wir uns an die Fensterscheiben des Taxis und betrachteten die vielen fremden Eindrücke. Tatsächlich dauerte die Fahrt knappe drei Stunden, doch davon merkten wir nichts.

Das Visakha Bucha Fest
Nach einer unruhigen Nacht im Hotel starteten wir den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück und machten uns dann auf den Weg, um unser befreundetes Pärchen zu treffen. Wir trafen uns auf einem Platz in der Mitte unserer Hotels und machten uns dann gemeinsam mit einem Taxi auf den Weg zum bedeutenden Königspalast und dem sich dort befindenden Tempel Wat Phra Kaeo. Ich hatte inzwischen herausgefunden, dass sich in diesem Tempel das Nationalheiligtum Thailands, der Smaragd-Buddha befindet. Mit einem Gefühl der Erfurcht besuchten wir die weitläufige Anlage traditionellen Stadtkern Bangkoks. Wie in einem Märchen präsentierte sich die uralte Anlage, umgeben von einer gewaltigen, weißen Mauer. Viele kleine Türme, bunte Dächer, schneeweiße Wände und goldene Statuen reihen sich aneinander. Der erste Eindruck war wirklich atemberaubend schön. Unzählige Touristen und Einheimische säumten mitten in der Anlage einen Weg, an dem eine Parade vorbeiführte. Wir blieben stehen und betrachteten die liebevoll gestalteten Wagen, die sich begleitet von Musik einen Weg durch die Menge bahnten. Jeder sollte eine Stufe im Leben Siddhartas widerspiegeln und so lernte ich an diesem Tag mehr über den Buddhismus als in 13 Schuljahren. Die Menschen feierten ausgelassen mit Essen und Getränken, Musik und Tanz. Immer wieder wurden wir eingeladen. Anfänglich nahmen wir dankend an, doch irgendwann wurde meine Ungeduld unerträglich und ich machte mich alleine, ohne meine Reisebegleiter, auf den Weg zum Schatz des Tempels.

Smaragd Buddha

Smaragd Buddha @iStockphoto/Stéphane Bidouze

Der Smaragd-Buddha
Mit nackten Füßen – so ist es Tradition in buddhistischen Tempeln – betrat ich den Raum, in dem der Jadebuddha seinen Thron bezogen hatte. Die Luft war heiß und stickig, es roch nach Räucherstäbchen und überall standen frische Blumen. Der Eingang wird von zwei Wächterfiguren gesäumt. An einem Tag wie diesem wimmelt es natürlich von Besuchern, doch ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen und wartete geduldig, bis ich schließlich vor ihm stand. Vor einer nicht mal einen Meter großen Statue aus grün glänzender Jade mit einem prachtvollen Umhang unter einem goldenen Baldachin sitzend. Ich bekam am ganzen Körper Gänsehaut und wusste sofort: Dieser Moment kann nicht mehr übertroffen werden. Von keinem Eindruck in Thailand und sehr wahrscheinlich auch von keiner anderen Reise die ich zukünftig machen werde.

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