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Geschichte Bangkoks

Wer an Thailand denkt, dem kommt fast immer auch Bangkok in den Sinn, die Hauptstadt Thailands und gleichzeitig auch der Name eines Verwaltungsgebietes. Bangkok war aber nicht immer die Hauptstadt von Thailand beziehungsweise Siam, sondern im Gegenteil liegen die Wurzeln dieser Zehn-Millionenstadt in einem kleinen Dorf.

Zunächst einmal sollte man aber wissen, dass ein Thailänder seine Hauptstadt niemals Bangkok nennen würde, denn dies bedeutet übersetzt etwa soviel wie „Dorf der wilden Pflaumen“. „Bang“ bedeutet nämlich Dorf und „Kok“ sind wilde Oliven- und Pflaumenbäumen. Die Thailänder haben einen weitaus schöneren Namen für Ihre Hauptstadt gefunden und zwar „Krung Thep“, was man mit Stadt der Engel übersetzen kann.

Auf jeden Fall beginnt die Geschichte dieses kleinen Dorfes im 18. Jahrhundert. Damals handelte es sich bei Bangkok wirklich noch um ein kleines Dorf, nämlich um einen Vorort der Stadt Thonburi. Die damalige Hauptstadt Ayutthaya wurde 1767 durch Truppen aus Burma zunächst erobert und dann zerstört und erst dadurch wuchs die Bedeutung von Bangkok. Erst 1782 wurde Bangkok nämlich offiziell mit der Weihung eines Grundsteins am Lak Muang gegründet und Statuen, Steine, Ziegel und anderes Baumaterial wurden aus Ayutthaya gebracht. Dies lag unter anderem daran, dass der damalige König Rama der I, der übrigens der Begründer der bis heute regierenden Chakri-Dynastie war, seinen Regierungssitz dorthin verlegte und dort nach dem Vorbild von Ayutthaya eine neue Hauptstadt aufbauen wollte. Auch der Name sollte natürlich den neuen Gegebenheiten angepasst werden, weshalb es zur Umbenennung in Krung Thep kam. Allerdings wurde dies von den Kartographen ignoriert, so dass die Karten weiterhin von Bangkok sprachen. Auch bürgerte sich bei Reisenden und Händlern der Name Bangkok ein und wurde von diesen in die Welt getragen.

Das damalige Bangkok unterschied sich in Größe und Aussehen noch stark vom heutigen Bangkok. Damals waren der Königspalast, der königliche Tempel und eine große Buddha-Statue das absolute Zentrum der Stadt und vor allem war die Stadt durch unzählige Kanäle geprägt. Auf diesen Kanälen spielte sich der gesamte Handel und der Verkehr ab, denn Strassen waren in Bangkok eher eine Seltenheit. Im 19. Jahrhundert wurde Bangkok sogar als „Venedig des Ostens“ bezeichnet. Dies änderte sich dann ab etwa 1850, denn dann wurden die Kanäle Bangkoks wieder zugeschüttet und Strassen fanden dafür ihren Platz in Bangkok.

Alte Stadtmauer von Bangkok

Alte Stadtmauer von Bangkok ©TK

Der Verkehr wandte sich damit immer stärker westlichen Gebräuchen zu. Dies kann man auch daran erkennen, dass nach 1860 immer mehr Strassen fertig gestellt wurden, eine Eisenbahnlinie entstand, die Bangkok und den Norden verband, und eine Straßenbahnlinie wurde in Bangkok selbst installiert, um so den innerstädtischen Verkehr zu entlasten. Auch die Architektur dieser Zeit orientiert sich an westlichen Vorgaben. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf den damaligen König Rama V. Chulalongkorn, der von 1868 bis 1910 regierte und sich westlichen Einflüssen besonders stark öffnete. Sein Vater König Rama IV. Mongkut ist vielen aus den Tagebüchern von Anna Leonowens bekannt, die unter anderem unter dem Titel „Der König und Ich“ von Hollywood verfilmt wurden. Die Engländerin Anna Leonowens wurde von König Mongkut als Kindererzieherin angestellt und unterrichtete auch den späteren König Chulalongkorn. Mongkut ging bereits Verträge mit den USA und England ein und hatte so die ersten Verbindungen mit dem Westen geschlossen. Chulalongkorn reformierte aber zusätzlich noch das Land von innen und verstärkte die Verwestlichung, was man auch an der Entwicklung von Bangkok in dieser Zeit ablesen kann. Chulalonglorn wird daher meist noch als einer der besten und weitsichtigsten Könige bezeichnet, was auch daran liegen mag, dass er ein recht beliebter und erfolgreicher König war. Im folgten noch einige Könige nach, doch keiner dieser Könige konnte Chulalongkorn das Wasser reichen und so vollendet sich die Hinwendung Bangkoks zum Westen 1932 mit einem unblutigen Staatsstreich. Von dort an war Thailand eine konstitutionelle Monarchie und nicht mehr eine absolute. Eine kleine Unerbrechung dieses Zustandes herrschte im Zweiten Weltkrieg vor, denn damals wurde Bangkok für einige Jahre militärisch von Japan besetzt und sogar von den Alliierten bombardiert. Wirtschaftlich hatte dies keine gravierenden Folgen, allerdings blieb das politische System auch nach 1945 eher unstabil und die konstitutionelle Monarchie bedeutete für das Land nicht unbedingt den Beginn einer ruhigen Phase, sondern im Gegenteil haben seitdem 18 Militärputsche stattgefunden, was zeigt, dass die konstitutionelle Monarchie durchaus nicht auf den sichersten Beinen steht.

Wirtschaftlich ging es Bangkok im 20. Jahrhundert recht gut, in den 1960er und 1970er Jahren setzte ein regelrechter Bauboom ein, der die Stadt in kürzester Zeit enorm vergrößerte. Außerdem trug das kleine Wirtschaftswunder in den 1980er Jahren dazu bei, dass immer mehr Hochhäuser gebaut wurden, die Bangkok endgültig das Gepräge einer Großstadt verliehen. Heute, im 21. Jahrhundert ist Bangkok weiterhin das absolute Herz von Thailand und zwar in jeder Hinsicht. Bangkok kann als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum bezeichnet werden. Hier gibt es heute Universitäten, Museen und große Firmen und Unternehmen, genauso aber auch Tempel, Klöster und Paläste. Die Stadt hat sich im Moment von dem Wirtschaftseinbruch Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre erholt, was sich auch an großen Bauvorhaben zeigt, die die Stadt wieder verfolgt. Daneben dominiert im Moment das Problem des überhand nehmenden Straßenverkehrs die Debatten in Bangkok. In jedem Fall ist Bangkok mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Gütern enorm beeindruckend und jeder Thailand-Tourist sollte sich genügend Zeit nehmen diese Metropole zu entdecken. Zudem ist Bangkok mittlerweile UN-Stadt und steht damit auch unter kultureller Förderung.

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