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Mein Aufenthalt in Thailand

Als ich entschloss eine Reise nach Thailand anzutreten, tat ich dies nicht um eine Kulturbombe zu erleben, mit Theaterbesuchen, Shopping und Großstadtluxus. Ich wollte ein Land kennenlernen, welches noch nicht wie die großen amerikanischen Städte so reich ist, dass Casinos aus dem Boden schießen, genau wie auch Luxus-Kaufhäuser und Markenboutiquen. Ich wollte anstattdessen das Leben der Menschen kennenlernen, welche noch selbst ihre Nahrung anbauen, um sich und ihre Familie zu ernähren. Menschen, welche arbeiten gingen um ein paar wenige Münzen zu verdienen, von denen später die Nahrung gekauft wurde, die zum Leben reichen musste und von denen die Kinder zu Schule gingen, oder auch nicht.

Ich wollte, zusammen mit einem guten Freund einmal ein paar Wochen selbst von meinem hohen Standard wegkommen, welchen wir in Europa mit Gierde und zu wenig Dankbarkeit genießen. In Bangkok, der Hauptstadt Thailands, kamen wir nach einem elendig langen Flug in unserem Zielland an. Die riesige Stadt, die uns zu Füßen lag, als wir den Flughafen verließen, erschien uns wie ein völlig eigenständiger Organismus. Eine Mischung aus kultureller Vielfalt, aus Traditionen, Industrie, Verkehr, Gewerbe und Natur. Ein unbeschreiblicher erster Eindruck bildete sich bei uns so aus, dass wir unbedingt mehr erfahren wollten über das Funktionieren dieser Millionenstadt. Leider war auch viel Armut in den Ecken der Stadt zu sehen, sodass wir ein klein wenig an dem laufenden Organismus zweifelten, jedoch ist dieser Arbeitslosenteilder Bevölkerung eher der kleinere Teil. Die meisten Menschen haben eine Arbeit, auch wenn sie bei dieser nicht reich werden oder gar Millionär werden. Jedoch war Bangkok nicht unser Hauptziel der Reise. Deshalb machten wir uns per Anhalter auf den Weg in den Süden, Richtung Krabi.

Diese Provinz ist ungefähr 814 Kilometer südlich gelegen von Bangkok und die Reise war natürlich nicht immer leicht und angenehm. Auf dem Weg dorthin sahen wir zwar sehr viel Natur, welche in Europa nicht einmal ansatzweise zu finden ist, jedoch sahen wir auch eine Menge Elend unter den Menschen und mussten all unsere Courage zusammennehmen um keinen falschen Eindruck bei den thailändischen Bewohnern zu hinterlassen. Doch sobald wir unseren Ort des Begehrens erreichten, bereuten wir keinen Schritt, den wir zuvor getan hatten um zu diesem Ort zu gelangen. Es bot sich uns ein Anblick von unberührter Natur, von einer Landschaft, wie wir sie nie zuvor zu Augen bekommen hatten. Die Klippen welche am Waldrand zum Meer hinunterreichten, erschienen fast gruselig, wie auf einer verlassenen Pirateninsel. Da wir uns allerdings nicht auf einer Insel befanden, hatten wir keine Befürchtungen und schlugen unsere Zeltlager meist an den traumhaften Stränden auf, um abends den Sonnenuntergang zu genießen.

Krabi

Krabi ©TK

Die Sonne, die am Horizont unterging, schien aufgrund ihrer wahnsinnigen Schönheit nicht die selbe, wie in Europa zu sein. Viel mehr glich sie einem Feuerball, welcher schließlich, ohne Qualm und Rauch im Meer erlosch! Noch begehrenswerter als diese Sonnenuntergänge fanden wir allerdings das glasklare, blaue Wasser, in welchem wir jeden Morgen unseren Morgensport schwammen und dabei eine absolut bunte Unterwasserwelt mit bestaunen konnten. Obwohl wir nur einfache Taucherbrillen dabei hatten, war dies ein unvergessliches Erlebnis und wir hätten kaum daran gedacht, dass es etwas Schöneres auf der Welt geben könnte. Als wir unsere Wanderung entlang der Küste fortsetzten, begegneten wir auf dem Weg Elefanten, welche noch auf traditionelle Weise als Transportmittel genutzt wurden. Entlang der Flüsse trugen uns die Elefanten. Einen solchen Dschungelritt, hätten wir uns in Europa noch nicht einmal erträumt. Die Reise nahm einen unschätzbaren Wert an, den wir nie erwartet hätten!

An einem anderen Tag bauten wir, zusammen mit thailändischen Bewohnern ein Floß aus Holz. Unter deren Anweisungen wurde dieses Floß so stabil, dass wir einen halben Tag eine Floßtour unternehmen konnten. Das Floß war dabei so stabil gebaut worden, dass keine unserer Sachen auch nur feucht wurden. Wir zelteten nun mehr im Landsinneren, da wir uns von den Küstenregionen ein wenig entfernt hatten. Unser einziges Problem war nun die Nahrungsbeschaffung. Wir kamen nur sehr selten zu kleinen Dörfern und wenn wir es taten, so gab es meist in den Dörfern kaum Geschäfte oder Läden, in denen wir unsere Tagesrationen hätten einkaufen können. Wir mussten uns also mit Angeln, Fischen und Jagen selbst verhelfen. Diese Art von Überlebenstraining brachte uns jedoch sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurück – vorallem auf den Boden der europäischen Tatsachen. Als wir zurück nach Deutschland kehrten, fragten uns viele Menschen wie uns der Urlaub gefallen hatte, doch das war kein Urlaub. Wir hatten einen Trip unternommen, der uns vieles gelehrt hatte und gezeigt hatte, vorallem aber, ein Urlaub der uns erzogen hatte.

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