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Nationalmuseum in Bangkok

Das Nationalmuseum Bangkok liegt auf der Rattanakosin-Insel in der Altstadt von Bangkok. Südlich vom Nationalmuseum liegt der Grand Palace im Bezirk Phra Nakhon. Das Nationalmuseum wird besonders vom thailändischen Staat gefördert, sicher hängt es mit der Geschichte des Museums zusammen. Gesammelt und ausgestellt werden kunsthandwerkliche, archäologische sowie alltägliche Objekte. In Bangkok befindet sich das Hauptmuseum, zudem gibt es etwa vierzig weitere Museen, die als Filialen des Nationalmuseums betrachtet werden können. Diese Museen, die ebenfalls Nationalmuseum genannt werden, liegen im ganzen Land verstreut. Neben dem Nationalmuseum Bangkok gibt es weitere fünf Nationalmuseen in Bangkok beispielsweise das “Royal Barges Nationalmuseum”.

Geschichte des Nationalmuseums

Bereits König Mongkut oder Rama IV. ließ im Jahr 1862 auf dem Gelände des Grand Palace ein Gebäude errichten, um darin seine gesammelten Kunstobjekte sowie Antiquitäten aufzubewahren. Das Gebäude befand sich an dem Ort der heutigen “Sivilai Maha Prasat Halle” und hieß “Prapat Bibidhabanda”. Der nachfolgende König Chulalongkom oder Rama V. errichtete auf dem Gelände des Grand Palace ein erstes öffentliches Museum in der “Concordia Hall”, das Gebäude ist heute unter dem Namen “Sala Sahathai Samakhom” bekannt. Nachdem der letzte Uparatcha oder Vizekönig starb, stand der Palast “Phra Ratcha Wang Bowon Sathan Mongkon”, es war der vordere Palast leer. Der König Rama V. nutzte die Gelegenheit im Jahr 1887, alle Ausstellungsstücke aus dem Gebäude “Concordia Hall” in den vorderen Palast, der kurz “Wang Na” genannt wurde, zu transportieren. Vom Palast Wang Na wurden die vorderen drei Gebäude ausgewählt. Offiziell durch ein königliches Dekret wurde der Palast Wang Na am 4. Dezember 1889 zum Museum erklärt und dem Erziehungs-Ministerium wurde die Schirmherrschaft übertragen. Das Verwaltungsgebäude befand sich um 1892 im heutigen Nationaltheater, welches ebenfalls zum Palast Wang Na gehörte. Geöffnet hatte das Museum, in dem Antiquitäten und Kunstobjekte ausgestellt wurden, zweimal wöchentlich.

Das Royal Institute wurde von König Prajadhipok oder Rama VII. im April 1926 im nördlichen Teil des Palastes Wang Na eingerichtet, der Prinz Damrong Rajanubhab wurde zum Präsidenten benannt. Die Verwaltung des “Bangkok Museums”, wie es jetzt genannt wurde sowie der “Bangkok Library” übernahm ab sofort das Royal Insitute. Seit dem Putsch im Jahr 1932 unterstehen das umbenannte Nationalmuseum sowie die “National Library” dem “Fine Arts Department”. Erst zu Beginn der 1950er Jahre konnten die Gebäude des Museums repariert sowie restauriert werden.

Nationalmuseum in Bangkok

Nationalmuseum in Bangkok ©TK

Sehenswürdigkeiten im Nationalmuseum

In der zum Museum zählenden Buddhai-Sawan-Kapelle, die bereits vom ersten Vizekönig im Jahr 1792 erbaut wurde, befindet sich die legendäre Buddhastatue Phra Puttha Sihing. Nach dem Smaragd-Buddha wird dieser Buddha in Thailand am meisten verehrt. Die Wandmalereien in der Kapelle sind die ältesten in Bangkok. Die Buddhastatue wird an einigen buddhistischen Feiertagen mit ihrem Thron auf dem “Sanam Luang”, einem Platz vor dem Grand Palace der Öffentlichkeit vorgestellt.

Viele Fundstücke aus dem Gebiet Ban Chiang, die noch aus der Bronzezeit stammen, werden in der Sivamokkha Phiman Halle ausgestellt. Zu den besonderen Exponaten zählt eine kleine Pfauen-Figur.

Kunst aus dem ältesten buddhistischen Reich Südostasiens, Dvaravati, welches vom 3. bis zum 11. Jahrhundert in der Region des heutigen Thailands existierte, ist im neuen Südflügel des Nationalmuseums zu sehen. Zu sehen sind beispielsweise eine 3,8 Meter hohe Buddha-Statue des “Phra Puttha Narachet” sowie einige Gesetzesräder.

Im neuen Nordflügel sind Exponate aus der Sukhothai-Zeit unter anderem zahlreiche Buddhastatuen ausgestellt. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert bestand das Königreich Sukhothai im Norden des heutigen Thailands. Außerdem steht in diesem Bereich die Originalstele des Königs Ramkhamhaeng, auf der erstmals die thailändische Schrift dargestellt wurde. Ebenfalls gibt es Statuen von hinduistischen Gottheiten wie beispielsweise von Vishnu im typischen Sukhothai-Stil.

Auch im Nordflügel sind Skulpturen aus der Ayutthaya-Zeit zu sehen. Das Königreich Ayutthaya existierte zwischen 1351 bis 1767. Ausgestellt ist zum Beispiel ein Buddha-Kopf aus Bronze, er ist etwa anderthalb Meter hoch.

In einem eigenen Gebäude stehen die königlichen Bestattungswagen. Die grandiosen Fahrzeuge, die bis zu 15 Meter hoch sind, wurden aus Teak angefertigt sowie mit Schnitzereien verziert, die zum Teil vergoldet wurden. Aus dem Jahr 1795 stammt das älteste Modell. Solch ein etwa 40 Tonnen schweres Fahrzeug wird von insgesamt 216 Soldaten vom Tempel zum Einäscherungsplatz gezogen. Das letzte Mal wurde solch ein Bestattungswagen im Jahr 1996 zur Beisetzung der Königinmutter benutzt.

Auf dem Museumsgelände verteilt stehen zahlreiche offene Pavillons. Direkt am Eingang steht der “Long Song Pavillon”, der noch aus der Zeit des Königs Vajiravudh stammt. Im Nationalmuseum sind sehr schöne Beispiele aus dem traditionellen Kunsthandwerk Thailands ausgestellt. Zu sehen gibt es beispielsweise Bücherschränke aus den Klöstern oder dem Königspalast, die mit einer wertvollen Schwarzgoldlack-Malerei versehen sind. Zudem sind Silberarbeiten, Goldarbeiten sowie Schnitzereien aus Elfenbein ausgestellt. Ebenfalls zu den Ausstellungsstücken zählen königliche Gebrauchsgegenstände, die aufwendig mit Perlmutt oder Niello verziert sind. Sehenswert ist beispielsweise auch eine aus Teakholz geschnitzte Figur aus dem 17. Jahrhundert, die eine Kinnari darstellt. Bei einer Kinnari handelt es sich um ein mythologisches Wesen, welches zur Hälfte eine Frau und zur anderen Hälfte einen Vogel darstellt.