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Nationaltheater in Bangkok

Auf einst wahrhaft königlichem Boden steht das stolze Nationaltheater Bangkoks, es wurde in den Jahren 1960 bis 1965 auf dem Grundstück des alten Wang Na-Palastes des sog. „Uparatcha“ Phra Pinklao (1808 bis 1866, Zweiter bzw. Vizekönig von Thailand) an der Na Phra That Road im historischen Stadtkern Rattanakosin und in unmittelbarer Nachbarschaft zahlreicher weiterer Sehenswürdigkeiten in einer Mischung aus asiatischem und westlichen Baustil errichtet. Das Nationaltheater, vor dessen Osteingang ein martialisch wirkendes Denkmal an den damaligen Hausherrn Phra Pinklao erinnert, befindet sich genau neben dem nicht minder prächtigen Nationalmuseum, so dass man einen gemeinsamen Besuch beider Einrichtungen ggf. gut miteinander kombinieren kann.

Das Nationaltheater: Mitten im Zentrum des Geschehens

Besonders bekannt ist das altehrwürdige, überwiegend aus Holz konstruierte und mit einer Darstellung des Hindugottes Ganesha am Dachgiebel geschmückte Haus für seine klassischen Tanzaufführungen aus den beiden traditionellen thailändischen Genres Kŏhn und Lá·kon, beide Formen sind vor allem durch ihre aufwändig und farbenfroh gestalteten Masken sowie Kostüme gekennzeichnet. Thematisch richten sich die dargestellten und perfekt ausgeleuchteten Szenen der stillen und sich zumeist wie in Zeitlupe bewegenden Tänzer an der überreichen Sagenwelt des Landes aus, besonders an denjenigen der indischen Ramayana Epoche (ca. 4. Jahrhundert vor Christi), deren romantisch geprägte und für Thailand adaptierte Ramakien-Überlieferung schließlich im 17. und 18. Jahrhundert nieder geschrieben wurde. Ausgesprochen populär bei den Einheimischen sind auch die jeweils am Sonntag Nachmittag angebotenen kostenlosen Shows für Studenten, welche auf einer zum Gelände zugehörigen Wiese direkt vor dem Gebäude dargeboten werden.

Ein Hort der überlieferten klassischen Kultur

Die von feierlicher Livemusik eines großen Orchesters untermalten und meist mehrere Stunden anhaltenden Aufführungen wurden in früheren Zeiten ausschließlich an hohen nationalen Feiertagen gegeben, heute kann man sie jeweils Mittwochs, Freitags, Samstags und Sonntags um 14 und um 17 Uhr bewundern, der Ticketverkauf findet vorher von 8.30 bis 16 Uhr statt, der Preis pro Person bewegt sich je nach Stück zwischen 40 und 100 Baht. Das Nationaltheater öffnet sich in den vergangenen Jahren auch zunehmend anderen Stilen und zeitgenössischen Stücken westlicher Provenienz, über den genauen Spielplan informiert man sich am besten vor Ort. Das im Jahr 2006 umfangreich renovierte und modernisierte Haus ist architektonisch dreigeteilt, und zwar in einen kleineren Seitenflügel mit der Tanztheaterbühne, den nicht öffentlichen Bereich für Workshops und Technik sowie den größten Bereich bestehend aus dem Auditorium und dem Open-Air-Saal. Entsprechend der thailändischen Tradition ist das Dach des Theaters in den Farben rot und golden gehalten, die Fassade hingegen schimmert in reinem Weiß.

Nationaltheater in Bangkok

Nationaltheater in Bangkok @iStockphoto/sippakorn yamkasikorn

Der Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen verbunden

Am einfachsten und schnellsten gelangt man zu dem Theater mit einem Expressboot über den Banglampoo-Pier, dann geht man den Fluss entlang bis zur Pinklao-Brücke, unterquert diese in Richtung Sanam Luang und biegt dann rechts zum Theater ab. Alternativ dazu verkehren auch einige Buslinien dorthin, neben den Bussen mit Air-Condition der Linien 39, 59 und 82 sind dies die Linien 3, 9, 59, 64, 65, 70 und 201. Durch seine bereits erwähnte zentrale Lage im historischen Kern Bangkoks bietet sich ein Besuch des Nationaltheaters auch perfekt für eine Entdeckungstour der näheren Umgebung an, so befindet sich das Nationalmuseum mit seinen sehenswerten Schätzen, Möbeln, Waffen und Instrumenten direkt nebenan, dort werden auch jeden Tag ab 9.30h kostenlose Führungen auf Englisch, Französisch, Deutsch und Japanisch angeboten. Ebenfalls in Laufweite befindet sich die Thammasat-Universität und der Königliche Platz Sanam Luang, die überaus imposanten Tempelanlagen Wat Pho, Wat Phra Kaeo und Wat Mahathat sind ebenfalls nicht weit entfernt.