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Phitsanulok

Thailand – das aufstrebende Land im Süden Asiens ruft bei den meisten Menschen in Europa reflexartig Assoziationen von Exotik und Erholung hervor: Sie denken an die traumhaften Sandstrände an der Küste oder an die bizarr geformten Kalkfelsen vor den thailändischen Inseln oder an die grelle, neonfarbige Nachtleben von Bangkok. Aber Thailand ist mehr: Auch die vielen kleinerer Städte in den Provinzen im Landesinneren bieten viel Sehenswertes für den Besucher und belegen vor allem die buddhistische Tradition des Landes.

Einer dieser Ort ist Phitsanulok, etwa 400 km nördlich von Bangkok entfernt, direkt am Zusammenfluss der beiden Flüsse Nan und Kwai Noi gelegen. Auch heute noch leben sehr viele Menschen auf dem Wasser – auf Flößen oder Hausbooten. Man schätzt insgesamt um die 85.000 Menschen. Für europäische Augen wirken die Lebensbedingungen dieser Menschen ärmlich und bedrückend – Strom ist in der Regel nicht vorhanden aber trotzdem ist die Lebenseinstellung in der Regel positiver als in unseren Gefilden.

Auf den ersten Blick wirkt die Stadt mit ihren insgesamt etwa 180.000 Einwohnern heute etwas eintönig. Allerdings kann sie auf eine große Geschichte zurückblicken und verfügt über landesweit bekannte Sehenswürdigkeiten. Sie ist auf jeden Fall ein lohnender Zwischenstopp auf einer Thailand-Rundfahrt.

Geschichte und Gegenwart
Phitsanulok spielte in der Geschichte Thailands eine wichtige Rolle. Es war in der Ayuthaya-Periode (1350-1767) das politische und militärische Machtzentrum des Landes und Außenposten der Khmer. König Naresuan, der das Land von 1588 und 1608 regierte, wurde hier geboren. Die große Universität der Stadt trägt heute noch seinen Namen und gilt gemeinhin als die bedeutendste in der nördlichen Region. Heute hat Phitsanulok weniger politische denn ökonomische Bedeutung. Es ist ein Verkehrsknotenpunkt zwischen Nord und Süd bzw. West und Ost und lebt heute in erster Linie von Handel. Obwohl die Landwirtschaft mit Ihren Obstplantagen nicht mehr so wichtig wie früher ist, hat die Stadt ihren dörflichen Charakter noch nicht verloren. Zum Glück auch nicht ihre zahlreichen sehenswerten, hoch verehrten Tempelanlagen. Dafür ist ein großer Teil des alten Phitsanulok unwiderruflich untergegangen. Ein schrecklicher Flächenbrand hatte 1957 viele schöne Holzhäuser aus der Vergangenheit zerstört.

Phitsanulok

Phitsanulok ©TK

Tempel und Museen: die Sehenswürdigkeiten der Stadt
Das absolute Highlight der Stadt ist zweifellos das Wat Phra Si Rattana Mathat, einer der bedeutendsten Tempelanlagen in Thailand, auch kurz Wat Yai, Großer Tempel, genannt. Sie liegt relativ zentral am linken Ufer des Flusses Nan. Das Viham schmücken grandiose Eingangstoren im Stil des 18. Jahrhunderts. Hier steht auch das berühmte, von allen Gläubigen in Thailand verehrtes Buddha-Bildnis aus dem 14. Jahrhundert, ganz aus vergoldeter Bronze: Phra Buddha Chinnarat. Das Bildnis ist oft kopiert worden und findet sich auch in anderen Tempeln Thailands. In Phitsanulok gibt es eine sogar eine eigene Fabrik, die Buddas Antlitz tausendfach vervielfältigt. Ein gutes Geschäft. Die Buddha Casting Factory ist im ganzen Land bekannt. Den Besuchern werden alle notwendigen Arbeitsschritte vom Rohprodukt zum Wachsmodell bis zur fertig-gegossenen und verzierten Buddha anschaulich auf Tafeln erklärt.

Auf demWat Phra Si Rattana Mathat finden auch regelmäßig Märkte und Volksfeste statt – alljährlich zum Jahresanfang wird sechs Tage lang das bekannte Phra-Buddha-Chinarat-Fest gefeiert. Eine gute Gelegenheit für Besucher, die Tradition der Thailänder sozusagen live kennenzulernen.

Gleich südlich von der Anlage steht noch eine weitere sehenswerte Tempelanlage: Wat Ratchaburana aus dem 15. Jahrhundert. Hier kann man neben wertvollen Reliquien und einer sehr schönen Buddha-Figur auch alte Münzen in einer kleinen Ausstellung bewundern.

Unbedingt empfehlenswert ist auch das Folklore-Museum in der Innenstadt. In dem privat geführten Museum (Führungen nur auf englisch!) werden viele beeindruckende Kunstwerke genauso wie Alltagsgegenstände der letzten Jahrhunderte aus Phitsanulok ausgestellt. Eine faszinierende Zeitreise in die Vergangenheit der Khmer und Könige erwartet den Besucher.

Wer über Nacht in Phitsanulok bleibt, sollte auch auf keinen Fall den spektakulären Night-Bazar südlich der Naresuan-Brücke verpassen. Dort kann man bis in die frühen Morgenstunden alles Mögliche und Unmögliche erwerben.