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Thailand – Die Sprache

Normalerweise gilt: Wer als Urlauber ein Land wirklich entdecken will, sollte die Sprache der Einheimischen sprechen. Allerdings kann sich dies in Thailand unter Umständen etwas schwierig gestalten.

Dazu muss man zunächst wissen, dass es in Thailand nicht nur eine einzige Sprache gibt, sondern dass in unterschiedlichen Regionen verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen werden. Die Amtssprache in Thailand ist Thai, das zur sinotibetischen Sprachfamilie gehört. Daneben gibt es grob eingeteilt vier Dialekte, die sich teilweise stark unterscheiden und in einigen Regionen Thailands wird nur Laotisch, Chinesisch, Khmer oder Malaiisch gesprochen. Dies ist zwar eher die Ausnahme, allerdings kann es in ländlichen Gebieten vorkommen, dass man mit Thai nicht weiterkommt, obwohl dies die Amtssprache Thailands ist.

Als Tourist muss man sich nun keine Sorgen machen, dass man nicht verstanden wird. Gerade die Touristenregionen sind auf Besucher eingesellt und dort wird Englisch gesprochen. In vielen Schulen gehört Englisch mittlerweile zu den Pflichtfächern, so dass sich Englisch auch immer mehr durchsetzen wird.

Thai ist im Übrigen eine sehr schwierig zu erlernende Sprache, etwa zu vergleichen mit dem chinesischen und anderen asiatischen Sprachen, abgesehen von dem Khmer. Thai ist nämlich eine Tonsprache und dies bedeutet, dass die meist einsilbigen Wörter sich nicht in der Schreibweise unterscheiden, sondern dass die Aussprache das entscheidende Kriterium für die Bedeutung eines Wortes ist. Je nachdem welche Tonhöhe gewählt wird, wie der Tonverlauf ist oder wie man ein Wort im Allgemeinen ausspricht, können also unterschiedliche Bedeutungen auftreten.

Thailand – Die Sprache

Thailand – Die Sprache ©TK

Ein Wort kann durch unterschiedliche Betonung bis zu fünf verschiedene Bedeutungen annehmen und die Betonungen unterscheiden sich oft nur minimal. Wenn Ungeübte Thailändisch sprechen kann es daher schnell zu Verwirrungen kommen. Aber selbst das Zuhören fällt vielen Europäern schwer, denn die europäischen Ohren sind für das feine Hören auf Lautunterschiede oft einfach nicht gemacht, so dass selbst mehrmaliges Nachfragen keine Erkenntnis bringt. Auch die Grammatik hilft nicht weiter, denn es gibt keine unterschiedlichen Endungen oder Ähnliches, da es weder Zeiten, Konjugationen, Deklinationen oder Artikel gibt. Das bedeutet, dass man also so gut wie keine Grammatik lernen muss, allerdings ist die Aussprache meist Herausforderung genug.

Hinzu kommt, dass das Thai ein eigenes Alphabet hat, das man zunächst natürlich erlernen sollte, bevor man das Thai wirklich beherrschen kann. Dieses Alphabet besteht aus 44 Konsonanten, 24 Vokalen und vier diakritischen Tonzeichen. Diese Tonzeichen benutzt man zur Unterscheidung der Tonhöhe, so dass man in einem geschriebenen Text erkennen kann, welche Bedeutung ein Wort annehmen soll.

Im Gegensatz zum chinesischen muss man sich aber keine neue Schreibweise angewöhnen, denn geschrieben wird von links nach rechts.Die Form der Buchstaben hat allerdings wieder nichts mit dem zu tun, was wir von unseren lateinischen Zeichen gewöhnt sind. Die Form ist vielmehr von Sanskrit abgeleitet und die Aussprache des Alphabets kann wiederum nicht auf das europäische Alphabet übertragen werden. Und eines der größten Hindernisse beim Erlernen von Thai liegt darin, dass die Reihenfolge der Buchstaben in der geschriebenen Sprache nicht der Reihenfolge beim Sprechen entsprechen muss. Man kann also nicht einfach das Alphabet lernen und Texte lesen, denn die Vokale nehmen im Thai eine Sonderrolle ein und werden entweder vor, nach, über oder unter einem Konsonant geschrieben. Dafür gibt es Regeln und diese sollte man zunächst alle kennen, bevor es mit dem flüssigen Vorlesen losgehen kann.

Man sollte sich durch diese Ausführungen aber keinesfalls entmutigen lassen es mit dem Thailernen trotzdem zu versuchen. Wenigstens ein paar Phrasen kann man sich immer aneignen und die Thailänder freuen sich immer sehr, wenn man nur ein paar Worte ihrer Sprache spricht.