Skip to main content

Thailändische Odysee

Thailand ist ein wirklich wunderbares Reiseziel. Ich bin wahrscheinlich nicht unbedingt der klassische Reisende, sondern eher der Individualist, so dass ich dieses Land allein erkunden konnte. Mein erstes Reiseziel war natürlich Bangkok. Diese unglaublich aktive Stadt erschlägt einen geradezu. Ich muss zugeben, dass es mein erstes Mal war, das ich Thailand besuchte, so dass der Kulturschock ja auch wirklich groß war.

Insgesamt verbrachte ich 22 Tage in diesem Land. Mein Ziel war es, die wichtigsten kulturellen Ziele zu erkunden. In Bangkok verbrachte ich nur einen Tag, den ich zum Sightseeing nutzte. Die wunderschöne Altstadt um den Grand Palace war überwältigend, aber ich wollte eher das ländliche Thailand sehen. Von Bangkok ging es deswegen im Zug nach Ayutthaya. Allein die Zugfahrt ist es wert, hierhin zu kommen. Nachdem man die Stadt verlassen hat und langsam aufs Land herauskommt, sieht man alles, was man sich in Träumen von diesem exotischen Land erwartet.

Ayutthaya war lange Zeit die Hauptstadt Siams. Kurz nach meiner Ankunft habe ich mir ein Fahrrad geliehen und mich in den mörderischen thailändischen Verkehr gestürzt. Es ist eigentlich gar nicht besonders schlimm im Verkehr, wenn man erst einmal weiß, wie man fahren muss. Überall in dieser Stadt sind Reste von alten Tempeln und Ruinen zu finden. Ärgerlicherweise habe ich nur einen Tag in dieser Stadt, da ich neben Ayutthaya auch noch Sukhothai, Phimai und Prasat Phanom Rung besuchen wollte. Von dort ging es dann zurück nach Bangkok und Kanchanaburi.

Das Fahren mit dem Zug (und manchmal mit dem Bus) ist wirklich super. Diese Verkehrsmittel fahren den ganzen Tag über, sind sauber und sehr verlässlich. Man sollte aber mit dem staatlichen Verkehrssystem fahren, denn private sind häufig Abzocker. Man kommt mit dem Bus in jeden Winkel des Landes. Und da ich mich vor allem für das alte und sehr alte Thailand interessiert habe, habe ich auch so manche archäologische Fundstelle, darunter Ban Chiang ganz im Norden als auch Ban Prasat, etwas nördlich von Khorat, besuchen wollen. Hier gibt es wunderbare Museen, die es sich zu besuchen lohnt. In Kanchanaburi, einem Ort in der Nähe von Bangkok, kam ich leider nicht so ohne weiteres mit dem Bus zu einem Museum. Ich hätte ein Auto mieten können, aber dafür war es mir dann doch auf den Straßen zu gefährlich (abgesehen von dem Linksverkehr). Aber die wundervolle Gastfreundschaft der Thai brachte es mit sich, dass mich eine junge Thailänderin unter ihre Fittiche nahm und mir kostengünstig ein Motorbike besorgte (samt Fahrer!). Abseits aller Touristenrouten ging es dann nördlich von Kanchanaburi zu einem abseits gelegenen Museum, das von einem lokalen Lehrer betrieben wird. Dieser Einblick in das Leben, das man dann bekommt, ist wunderbar. Ich bin dankbar dafür, denn so etwas bekommt man selten zu sehen, wenn man nur auf Touristenpfaden unterwegs ist. Es ist aber auch nicht jedermanns Sache. Auf jeden Fall wurde ich sehr freundlich, fast wie ein Familienmitglied empfangen. Man hat sich wirklich um mich gekümmert und mich abends dann zum Essen eingeladen. Auch die Übernachtung fand im Hause des Lehrers statt. Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück über Kanchanaburi nach Bangkok.

Ayutthaya

Ayutthaya ©TK

Ein Nachmittag und eine Nacht in Thailand sind sicher keineswegs genug, um einen Einblick in das wirkliche Leben zu bekommen. Und auch ein Lehrer lebt in Thailand besser als ein Tagelöhner. Aber es war und ist eine wunderbare Erfahrung gewesen, abgesehen davon, dass man auch Thai kennengelernt hat. Denn, so offen dieses Volk auch ist, über oberflächliche Bekanntschaften kommt man eigentlich kaum heraus.
Meine Rundreise durch den thailändischen Norden habe ich glücklich überstanden. Leider konnte ich den Tempel von Prasat Ban Wihan nicht besuchen, der auf kambodschanischem Boden liegt. Aber trotz der Entfernungen und auch meines vollen Reisekalenders, habe ich jeden Zug und Bus bekommen und bin glücklich nach Hause zurückgekehrt.