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Wat Arun

Wat Arun zählt zu den Wahrzeichen Bangkoks. Der Tempel der Morgenröte befindet sich im Stadtteil Bangkok Yai, einem zentralen Distrikt am Westufer des Chao Phraya. Das Bauwerk trug ursprünglich die Bezeichnung Wat Makoh, was soviel wie Oliven-Tempel bedeutet. Seine Errichtung fällt in die Zeit der Existenz des siamesischen Königreiches Ayutthaya, welches zwischen 1351 und 1767 bestand. Nach dem Fall Ayutthayas wurde Thonburi Hauptstadt des neuen siamesischen Reiches. König Taksin ließ im Jahre 1768 auf dem Gelände eines alten Forts einen Palast erbauen. Wat Makoh befand sich, gemeinsam mit dem heutigen Wat Moli Lokayaram, innerhalb des Palastgeländes. Fortan durften keine Mönche mehr im Wat leben und das Gebäude wurde in Wat Chaeng umbenannt.

Unter der Herrschaft Königs Puttha Yotfa Chulalok durften im Wat in der Folgezeit wieder Mönche einziehen und der einst nur 16 Meter hohe zentrale Turm wurde auf seine heutige Größe erweitert. Den Namen Wat Arunratchatharam erhielt das Gebäude unter König Phuttaloetla Naphalai. Die heutige Bezeichnung Wat Arunratchawararam ist auf König Mongkut, welcher zwischen 1851 und 1868 regierte, zurückzuführen.

Das Zentrum des Bauwerkes stellt Phra Prang dar. Der Prang genannte Tempelturm besteht aus vier Ebenen, welche auf vier steilen Treppen zugänglich sind. Der Tempel besitzt einen quadratischen Grundriss. Auf der unteren Ebene des zentralen Prang befinden sich vier kleinere Türme, welche dem Windgott Phra Phai gewidmet sind. In jeder Himmelsrichtung wurde eine Nische eingelassen, welche eine Statue des Gottes auf einem weißen Pferd enthält. An den Treppenaufgängen sieht man überlebensgroße Statuen chinesischer Krieger. Ebene zwei wird von Dämonenstatuen getragen. Auch hier findet man Nischen, besetzt mit mythologischen Wesen. Die Ebene drei tragen Affen. Sie spielen im thailändischen Nationalepos Ramakian eine Rolle. Die vierte Ebene ruht auf den Köpfen himmlischer Wesen. Auf der Turmspitze befindet sich, nach alter thailändischer Tradition, ein Vajra, die Waffe des Hindu-Gottes Indra. Wat Arun besitzt einen Gesamtumfang von 234 Metern. Die Angaben über die genaue Höhe des Bauwerkes schwanken und bewegen sich zwischen 70 und 85 Metern. Den gesamten Tempelbau überzieht ein Mosaik aus Muscheln und buntem Porzellan.

Wat Arun

Wat Arun ©TK

Östlich des Zentralbaus befinden sich zwei kleine, durch einen Torbogen verbundene Gebäude. Dieser Torbogen fungiert als Touristeneingang. Im nördlichen Bau, dem Bot Noi, verbrachte König Taksin seine Mönchszeit. Besucher können hier die aus einem Teakholz-Stamm gefertigte königliche Couch besichtigen. Der Viharn Noi beherbergt die Chulamani-Pagode, wo die Wächter der vier Himmelsrichtungen böse Geister abwehren. Vor dem Eingangsportal wurden imposante Wächterstatuen platziert, welche in der thailändischen Abwandlung des indischen Nationalepos Ramayana vorkommen.

Im Innenhof verdient die Ordinationshalle Beachtung. Das Gebäude wird Ubosot genannt. Es handelt sich um einen Ziegelbau, welcher von einem Wandelgang umgeben ist. Sehenswert sind die Wandmalereien, welche Lebensstationen Buddhas darstellen und eine aus Buddha-Statuen bestehende Galerie. Den zentralen Buddha in der Ordinationshalle soll König Phuttaloetla selbst modelliert haben. Im Sockel der Statue wird die Asche des Monarchen aufbewahrt. Die Eingänge zum Innenhof flankieren Bronzeelefanten. Den Innenhof zieren Marmorfliesen. Weiterhin wurden Stein-Skulpturen aufgestellt, welche vor mehr als einhundert Jahren per Handelsschiffen von China nach Siam transportiert wurden. Die Skulpturen verkörpern mythologische Wesen, Krieger oder Kinder mit Haustieren.

Südlich der Ordinationshalle führt der Rundgang zum Vihara genannten Klostergebäude, welches aus farbigen Kacheln besteht. Das Dach ist ähnlich wie die Bedachung der Ordinationshalle gearbeitet und mit grünen und orangen Kacheln gedeckt. In diesem Gebäude wurde einst ein wertvoller Smaragd Buddha aufbewahrt. Ihm zu Ehren wurde am gegenüberliegenden Flussufer Wat Phra Kaeo errichtet.

Wat Arun kann vom Bangkoker Königspalast am gegenüberliegenden Flussufer per Expressboot erreicht werden. Die Boote legen am Tien Boots-Pier ab. Besonders stimmungsvoll präsentiert sich Wat Arun bei Sonnenuntergang. Geöffnet ist die Sehenswürdigkeit täglich von 7 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 50 Baht.