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Wat Saket und Golden Mount in Bangkok

Angesichts seines vollständigen wie umständlichen Namens Wat Saket Ratcha Wora Maha Wihan ist es nur umso verständlicher, dass sowohl Thais als auch erst recht ausländische Besucher die handlichere Kurzform Wat Saket wählen, wenn die Sprache auf eine der ältesten thailändischen Tempelanlagen im belebten, und mit einigen weiteren Sehenswürdigkeiten ausgestatteten Bangkoker Innenstadtbezirk Pom Prap Sattru Phai kommt.

Der entscheidende, und für seine große Bekanntheit sorgende Unterschied zu anderen und nicht weit entfernten Tempeln im Stadtzentrum ist der künstlich geschaffene, fast 80 Meter hohe und von einer goldenen Spitze geschmückte Berg, auf den eine Treppe mit genau 318 Stufen führt. Von dessen Gipfel hat man einen herrlichen Blick über die Umgebung der Altstadt von Bangkok und die angrenzenden Nachbarbezirke Phra Nakhon und Dusit, auch andere Tempel wie den Wat Ratchanaddaram und den Wat Theptiddaram kann man hier aus luftiger Höhe inspizieren. Ebenso sieht man das kleine Phra Kan Fort, die Statue zu Ehren des ehemaligen Königs Rama III. und die beiden etwas weiter entfernten urbanen Wahrzeichen der „Großen Schaukel“ (Sao Ching Cha) aus dem Jahr 1784 und das Demokratiedenkmal von 1939.

Der kleine Tempel, der dem ersten König Glück brachte

Angefangen hat die lange Geschichte des heute bei Einheimischen wie Touristen so beliebten Tempels im späten 18. Jahrhundert, als der spätere erste König der Chakri-Dynastie Phra Phuttayodfa Chulalok (Rama I.,1737-1809) nach einem Feldzug im jahr 1782 auf dem Gelände des vorherigen dortigen kleinen Tempels Wat Sakae eine Zeremonie durchführte, nach der er im Anschluss im Palast gekrönt wurde. Damit war der Grundstein für den Mythos um den heutigen Wat Saket gelegt, und der neue König ehrte den Tempel, der ihm soviel Erfolg beschert hatte, durch eine umfassende Renovierung und Neugestaltung dessen innersten und heiligsten Tempelraums, des sog. Ubosot. Außerdem wurde er bei seiner feierlichen Neueröffnung im November 1801 von Wat Sakae (Tempel des Sakae-Baumes) in Wat Saket (Tempel der Reinigung des königlichen Haupthaares) umbenannt, und durch königlichen Erlass offiziell zu einem Königlichen Tempel Zweiter Klasse aufgewertet. Die königlichen Nachfolger Phra Phuttaloetla (Rama II., 1768 – 1824) und Phra Nang Klao (Rama III., 1788 – 1851) trugen ihrerseits zum weiteren Ruhm des Tempels bei. So wurde in der Regierungszeit Rama des Zweiten ein heute noch existenter Ableger desjenigen Bodhibaumes (Pappel-Feige) aus dem nordindischen Bodhgaya im Tempel gepflanzt, unter dem Bhudda einst seine Erleuchtung gehabt haben soll. Rama der Dritte schließlich verlieh dem Gebäude und Gelände durch umfangreiche Erweiterungen und Renovierungen in Form von Kolonnaden, Galerien, Statuen und Pavillons sein heutiges Erscheinungsbild.

Golden Mount

Golden Mount ©TK

Es war ein langer Weg bis zum „Goldenen Berg“

Erste Versuche, den mittlerweile so populären „Goldenen Berg“ bereits zu dieser Zeit zu errichten, scheiterten jedoch an Konstruktions- und Materialfehlern, erst die erneuten Bemühungen unter König Mongkut (Rama IV., 1804 -1868) und König Chulalongkorn (Rama V., 1853 – 1910) vollendeten den „Golden Mount“, dessen offizieller Name Phra Boromabanphot auf Thai der Schönste oder der Erste bedeutet dann im Jahr 1865. Zu seiner Einweihung erhielt der neue Berg auch seinen vergoldeten Chedi (in etwa: Altarspitze) auf dem Gipfel, in dessen Inneren sich wiederum Miniaturstatuen von und Reliquien des Buddha befinden. Trotz seiner zentralen Lage ist der Wat Saket aber bei weitem nicht so überlaufen wie etwa der alte Königspalast am Sanam Luang und der Tempel Wat Po, lediglich Mitte November kann es dort sehr voll werden, wenn buddhistische Gläubige zu den Reliquien in seinen Gebäuden pilgern, dann findet am Fuße des Goldenen Berges ein veritables Volksfest mit Verkaufsständen und Unterhaltung aller Art statt. Nicht weit entfernt vom Wat Saket leigt auch die bekannte Einkaufs- und Partymeile Khao-San-Road, die beiden Märkte Khlong Thom Market für gebrauchtes und neues Werkzeug sowie der traditionelle Bekleidungsmarkt Bobae Market sind ebenso nah wie der skurrile Diebesmarkt Woeng Kakhon Kasem und der kleine Rommaninat Park.